Wurzeln der Österreichischen Werkstätten

Aus der Wiener Werkstätte und dem Werkbund hervorgehend, 1948 von Josef Hoffmann selbst gegründet, gelten die Österreichischen Werkstätten als echte Wiener Institution, die nicht mehr wegzudenken ist.

Josef Hoffmann, Kultfigur mit großer Tragweite im allgemeinen Designkanon, ob seiner Vorliebe für jene Form seinerzeit schmunzelnd "Quadratbürger Hoffmann“ genannt, ist verantwortlich für so einige Wendungen in der Geschichte der Kunst.

Josef Hoffmann Designs haben enorme Anhängerschaft unter Kennern und Liebhabern.

Mit seinem Kollegen Koloman Moser und dem Bankier Fritz Wärndorfer gründete Hoffmann 1903 die Wiener Werkstätte in Wien. In ganz Europa wollten Künstler um die Jahrhundertwende die Kunst von jeder Verherrlichung befreien und der breiten Masse zugänglich machen, vor allem im Alltag. Das sah auch die Werkstätte als ihre Absicht.

Die Verschönerung alltäglicher Gebrauchsgegenstände mündete in eine der wichtigsten Ideen Hoffmanns: das Gesamtkunstwerk – ins Visier genommen wurde die Unteilbarkeit von Leben, Kunst und Architektur.




Die Wiener Werkstätte gab mit ihren revolutionären Einfällen signifikante Impulse für nachfolgende Kunstbewegungen der Moderne und darüber hinaus. Als Beispiel wäre das Bauhaus möglicherweise nicht entstanden, hätte die Wiener Werkstätte nicht die bahnbrechende Vereinfachung des Jugendstils gewagt, woraus sich Art Deco herauskristallisierte.

1912 war Hoffmann Mitbegründer des Österreichischen Werkbundes, der als Schnittstelle zwischen Handwerk, Architektur und Kunst fungierte.

1948 rief Josef Hoffmann, gewissermaßen als Auferstehung der Wiener Werkstätte, die Österreichischen Werkstätten ins Leben. Die Statuten der Wiener Werkstätte fortsetzend, bestrebten sie zweckmäßige Formenklarheit, hochwertige Werkstoffe und gediegene Handwerkskunst zu vereinen und auf diese Weise Charme und Anmut in das tägliche Leben zu bringen.